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Gunther von Hagens

Gunther von Hagens

Gunther von Hagens

Erfinder der Plastination & Schöpfer der Körperwelten

Genie & Grenzgänger
Dr. Gunther von Hagens ist Mediziner, Wissenschaftler, Erfinder und ein Vorwärtsdenker, der die Anatomie des menschlichen Körpers in beispielloser Weise einem breiten Publikum zugänglich gemacht hat.

„Gunther von Hagens ist ein Grenzgänger, manchmal sogar ein Draufgänger – ein intellektueller Abenteurer. Er bleibt nie stehen, sondern versucht nach und nach die Grenzen immer weiter hinauszuschieben, indem er jedes Mal einen sei es auch noch so einen kleinen Schritt weitergeht. Grenzgänger sind für die Entwicklung der Gesellschaft essentiell – denn wo niemand wegen des Risikos zu Scheitern etwas Neues wagt, dort gibt es keine Entwicklung, sondern nur noch Stillstand und Verfall. Fortschritt ist nur möglich, wenn das Gewohnte hin und wieder in Frage gestellt wird. Tabus müssen gelegentlich gebrochen werden, um Kreativität zu ermöglichen.“

Franz Josef Wetz
Professor für Philosophie

Credo

„Dem Anatom wird für gewöhnlich eine bestimmte Rolle zugewiesen – er ist während seiner täglichen Arbeit gezwungen, die Tabus und Überzeugungen, die Menschen über Tod und Tote haben, zu verwerfen. Ich selbst bin nicht kontrovers, aber meine Ausstellungen sind es, weil ich die Besucher dazu auffordere, ihre grundlegenden Vorstellungen und Überzeugungen über unser gemeinsames und unausweichliches Schicksal zu überschreiten.

Ich hoffe, dass die KÖRPERWELTEN Ausstellungen Orte der Erleuchtung und Reflexion, sogar der philosophischen und religiösen Selbsterkenntnis sind und offen für Interpretationen, unabhängig von dem Hintergrund und der Lebensphilosophie des Betrachters.“

Gunther von Hagens

Gunther von Hagens at work

Die wichtigsten Stationen auf einen Blick

10.1.1945

in Alt-Skalden (heute Skalmierzyce, Polen) geboren.

1965–68

Medizinstudium an der Friedrich Schiller Universität Jena in der DDR.

1969–70

Nach misslungener Republikflucht im Januar 1969 politische Gefangenschaft in der DDR. Freikauf durch die Bundesrepublik Deutschland im August 1970.

1970–73

Fortführung des Medizinstudium und Approbation an der Universität Lübeck.

1974–75

Promotion in der Abteilung für Anästhesie und Notfallmedizin der Universität Heidelberg.

1975

Dozent und wissenschaftlicher Assistent am Anatomischen Institut der Universität Heidelberg.

1977

Erfindung der Plastination im Rahmen seiner Forschungstätigkeit am Institut für Pathologie und Anatomie der Universität Heidelberg.

1978

Gründung der Firma BIODUR® Products, ein Unternehmen für Spezialkunststoffe und Geräte zur Plastination.

1978–92

Anmeldung und Erteilung von Patenten in verschiedenen Ländern. Anfang der 80er Jahre initiiert Gunther von Hagens das erste Körperspendeprogramm zur Plastination.

1992

das erste Ganzkörperplastinat entsteht.

1993

Gründung des privatwirtschaftlich geführten Instituts für Plastination.

1995

Schaffung der ersten öffentlichen KÖRPERWELTEN Ausstellung zusammen mit Kuratorin Dr. Angelina Whalley.

1997

Beendigung der Tätigkeit an der Universität Heidelberg.

seit 2004

Gastprofessur an der zahnmedizinischen Fakultät der New York University.

2006

Gründung der Gubener Plastinate GmbH mit angeschlossenem PLASTINARIUM, dem weltweit größten Kompetenzzentrum für Plastination.

2010

Die Fertigstellung von Elefantenkuh Samba, dem größten Plastinat der Welt, führt zur Schaffung der KÖRPERWELTEN der Tiere.

Öffentliche Bekanntmachung seiner Parkinson Erkrankung.

2010 & 2011

Verleihung des Health Media Awards für die beste Wissenschaftskommunikation.

2013

Ehrung durch die Association of Science-Technology Centers (ASTC), eine internationale Vereinigung von 650 Wissenschaftsmuseen, für sein Lebenswerk und seinen herausragenden Beitrag zur Vermittlung von Wissenschaft an ein Laienpublikum.

2015–18

Eröffnung von dauerhaften KÖRPERWELTEN Ausstellungen in Berlin, Amsterdam, Heidelberg und London, konzipiert und gestaltet von Dr. Angelina Whalley.

Heute

Bis heute widmet sich Gunther von Hagens einer Vielzahl von Projekten, insbesondere der Weiterentwicklung und Perfektionierung der Plastination, der Spezialkunststoffe und Verfahrenstechnik.

Der Hut des Anatomen

Gunther von Hagens

Rembrandts Gemälde des Anatomen Dr. Nicolaes Tulp illustriert den bei anatomischen Künstlern der Renaissance verbreiteten Brauch, einen Hut zu tragen – und diesen selbst während einer Autopsie nicht abzunehmen. Sie strichen so ihre Unabhängigkeit von den gesellschaftlichen Normen ihrer Zeit heraus.

Viele verbinden Gunther von Hagens‘ Erscheinungsbild mit dem schwarzen Hut. Doch sein Hut ist keine Marke; er steht vielmehr für sein Demokratieverständnis und Individualität. Denn die Stärke der westlichen Demokratie liegt darin, dass sie den Individualismus fördert, ganz nach dem Motto: Leben und leben lassen.

Der Robin Hood der Anatomie

Ein Leben für die Wissenschaft

Gunther von Hagens' Lebenslauf zeigt das Profil eines Wissenschaftlers, der von außergewöhnlichen Ereignissen geprägt wurde, und zu dessen herausragenden Eigenschaften Mut, Ausdauer und auch eine gewisse Trotzigkeit zählen.

Der Robin Hood der Anatomie

Ein Leben für die Wissenschaft

Im Alter von sechs Jahren wäre von Hagens bei einem Unfall fast verblutet. Er verbrachte Monate auf der Intensivstation. Sein täglicher Kontakt mit Ärzten und Pflegepersonal prägten seinen Wunsch, Arzt zu werden.

Der Robin Hood der Anatomie

Ein Leben für die Wissenschaft

Im Medizinstudium waren seine unorthodoxen Methoden und individuelle Persönlichkeit so auffallend, dass sie sogar in akademischen Zeugnissen der Universität festgehalten wurden: „Gunther ist eine Persönlichkeit, die an Aufgaben nicht schematisch herangeht. Er entwickelt teilweise sehr eigenwillige und ungewohnte Arbeitsweisen, die aber die Seminargruppe in keiner Weise schädigen, sondern im Gegenteil viele Kommilitonen zur Überprüfung ihrer eigenen Arbeit anregen.“

Der Robin Hood der Anatomie

Ein Leben für die Wissenschaft

Noch an der Universität begann von Hagens an dem Kommunismus und Sozialismus zu zweifeln. Als sein Fluchtversuch über die tschechische Grenze nach Österreich scheiterte, wurde er für zwei Jahre in der DDR inhaftiert.

Heute kann Gunther von Hagens diesen verlorenen Jahren in Gefangenschaft Bedeutung abgewinnen: „Die mir genommene Freiheit stärkte mein Durchhaltevermögen. Alles, was ich im Gefängnis gelernt habe, war mir in meinem späteren Leben als Arzt und Erfinder von großem Nutzen."

Der Robin Hood der Anatomie

Ein Leben für die Wissenschaft

1970 wird er von der Bundesrepublik Deutschland freigekauft, und bereits 1977, zu Beginn seiner fast 20 jährigen Tätigkeit an der Universität Heidelberg erfindet er die Plastination, sein bahnbrechendes Verfahren zur Konservierung anatomischer Präparate mittels reaktiver Kunststoffe.

Gunther von Hagens patentiert das Verfahren und wendet seither seine ganze Energie für die Weiterentwicklung der Technik auf. 1992 heiratet er die Ärztin Dr. Angelina Whalley. 1993 gründen sie das Institut für Plastination in Heidelberg, das der Arbeit der beiden Ärzte neue Dimensionen eröffnete. Dr. Whalley ist heute geschäftsführende Direktorin und Dr. von Hagens wissenschaftlicher Leiter des Instituts.

Der Robin Hood der Anatomie

Ein Leben für die Wissenschaft

1995 werden die beiden Mediziner von der japanischen Anatomischen Gesellschaft eingeladen, mit den Plastinaten an einer Ausstellung im National Science Museum in Tokio teilzunehmen.

Die Ausstellung ist von unerwartet großem Erfolg – mehr als 450.000 Menschen besuchen in nur vier Monaten die Schau. Ende 1997 wird sie erstmals in Mannheim gezeigt, wo Dr. Gunther von Hagens und Dr. Angelina Whalley, die sich für Inhalte, Konzeption und Design der Ausstellungen verantwortlich zeichnet, schließlich der internationale Durchbruch gelingt.

Die beiden Wissenschaftler leisten mit ihren Ausstellungen nicht nur gesundheitliche Aufklärung, ihre Präsentationen haben die Museumswelt revolutioniert und die Sichtweise der Besucher auf ihren eigenen Körper nachweislich geändert.

Der Robin Hood der Anatomie

Ein Leben für die Wissenschaft

Im brandenburgischen Guben gründet von Hagens 2006 die Gubener Plastinate GmbH, das größte Plastinationszentrum weltweit, wo die meisten Plastinationsarbeiten ausgeführt werden.

Angegliedert ist das öffentlich zugängliche PLASTINARIUM, eine Symbiose aus anatomischer Werkstatt und Ausstellung, öffnet er erstmals seine Werkstätten einem breiten Publikum und ermöglicht einzigartige Einblicke in die Kunst der anatomischen Präparation und die verschiedenen Schritte der Herstellung von Plastinaten

Der Robin Hood der Anatomie

Ein Leben für die Wissenschaft

Mittlerweile touren weltweit zehn KÖRPERWELTEN Ausstellungen von Mensch und Tier, einige davon sind Dauerausstellungen bzw. Museen, wie z.B. in Berlin, Heidelberg, Amsterdam und London.

Im Bemühen, die Grenzen eines Lebens in Freiheit auszutesten, hat Dr. von Hagens unglaubliche Anstrengungen unternommen, die Anatomie zu demokratisieren und seine Sichtweise weltweit zu vertreten.

Der Robin Hood der Anatomie

Ein Leben für die Wissenschaft

Ende 2010 gibt Dr. Gunther von Hagens öffentlich seine Erkrankung an Parkinson bekannt. Auch hinsichtlich seiner Erkrankung und Behandlung ist er ganz Anatom und Aufklärer: In einigen Ausstellungen ist das Röntgenbildes seine Kopfes mit Hirnschrittmacher und den implantierten Elektroden zu sehen – natürlich trägt er auch hier seinen Hut.

In den letzten Jahren werden seine öffentlichen Auftritte seltener und er hat sich aus dem aktiven Geschäftsbereich zurückgezogen und die Leitung der Gubener Plastinate GmbH seinem Sohn Rurik von Hagens übertragen. Sein Arbeitseifer ist jedoch bis heute ungebrochen. Es geht ihm stets vor allem um eines: die Wissenschaft. „Ich lebe, um zu arbeiten. Kaum etwas sonst vermag mich so zu faszinieren oder bedeutet mir so viel“.

Gedanken

von Gunther von Hagens

„Nichts ist uns so nahe wie unser Körper, aber es gibt nichts anderes, was uns so nahe ist und von dem wir so wenig wissen.“

Gedanken

von Gunther von Hagens

"Je älter ich werde, desto mehr wird mir klar, dass der Tod die Normalität ist und das Leben die Ausnahme."

Gedanken

von Gunther von Hagens

"Das Wissen über den menschlichen Körper sollte nicht das Geheimnis von wenigen Privilegierten bleiben, sondern sollte jedem frei zugänglich sein."

Gedanken

von Gunther von Hagens

"Ich hoffe, KÖRPERWELTEN ermutigt die Menschen dazu, jeden Tag ihres Lebens mit Inspiration zu leben."

Gedanken

von Gunther von Hagens

"Ich glaube fest an die Demokratisierung der Anatomie. Die Wissenschaft sollte der Allgemeinheit zur Verfügung stehen, anstatt im Elfenbeinturm eingesperrt zu sein."