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Körperspende zur Plastinaton

Die Körperspende zur Plastination

Ein bedeutsamer Beitrag für die anatomische Lehre und die medizinische Aufklärung

Die Anatomie hat die Aufgabe, Kenntnisse über den Aufbau des menschlichen Körpers zu vermitteln. Sie ist auf Menschen angewiesen, die dazu bereit sind, ihren Körper nach dem Tod der medizinischen Ausbildung und der Forschung zur Verfügung zu stellen.

Der Arzt und Anatom Dr. Gunther von Hagens hat mit seiner bahnbrechenden Erfindung der Plastination die anatomische Lehre entscheidend verbessert und sie darüber hinaus mit den KÖREPRWELTEN-Ausstellungen einem breiten interessierten Laienpublikum zugänglich gemacht.

Wesentliche Grundlage dieser Arbeit ist ein spezielles Körperspendeprogramm, welches Gunther von Hagens bereits Anfang der 1980er Jahre an der Universität Heidelberg initiiert und 1993 in das Institut für Plastination (IfP) überführt hat. Das IfP ist bis zum heutigen Tag Träger dieses Körperspende-programms. Die Körperspender verfügen zu Lebzeiten schriftlich darüber, dass sie im Falle ihres Ablebens auf eine Bestattung verzichten und ihr Körper zum Zwecke der anatomischen Lehre, der Forschung und der medizinischen Aufklärung an das Institut für Plastination überführt werden soll.

Die Körperspende zur Plastination ist kein fester Vertrag, sondern eine Willensbekundung, die von beiden Seiten jederzeit und ohne Angabe von Gründen widerrufen werden kann. Das Institut für Plastination hat keinen Rechtsanspruch auf den Erhalt des Körpers, und der/die Spenderin hat keinen Rechtsanspruch auf Annahme des Körpers. Für die Körperspender fallen weder Gebühren an, noch erhalten die Spender oder die Hinterbliebenen eine Entschädigung.

Wenn auch Sie Körperspender/in zur Plastination werden möchten, senden wir Ihnen gern alle erforderlichen Unterlagen zu. Nutzen Sie unser Kontaktformular.

Wie werde ich Körperspender zur Plastination?

Wenn Sie Körperspender:in zur Plastination werden möchten, nehmen Sie bitte schriftlich oder telefonisch mit unserem Körperspendebüro Kontakt auf oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

Institut für Plastination
Körperspendebüro
Im Bosseldorn 17
69126 Heidelberg

E-Mail: koerperspende@plastination.com
FAX: 06221-331145
Tel.: 06221-331150 – werktags zwischen 9:00 und 16:00 Uhr

Unser Büro nimmt Ihre Kontaktdaten auf und sendet Ihnen eine Informationsbroschüre sowie alle erforderlichen Unterlagen zu.

Das zugesandte Informationsset enthält auch Körperspende-Formulare, die sie bitte in zweifacher Ausfertigung ausfüllen und unterschrieben an uns zurücksenden. Sie werden daraufhin in unserer Körperspende-Datenbank als Körperspender:in registriert. Einen der ausgefertigten Verfügungsbögen erhalten Sie von uns als Bestätigung gegengezeichnet zurück. Zusätzlich erhalten Sie einen Körperspenderausweis, den Sie möglichst zusammen mit Ihren Ausweispapieren bei sich tragen sollten.
Sind Angehörige mit Ihrer Körperspende zur Plastination nicht einverstanden, sollten Ihre Unterschriften auf beiden ausgefertigten Verfügungsbögen notariell beglaubigt werden.
Was Sie als Körperspender:in zur Plastination ggf. noch berücksichtigen oder in die Wege leiten sollten, ist übersichtlich im Merkblatt – Körperspende zur Plastination zusammengefasst.
Die Körperspende zur Plastination ist kein fester Vertrag, sondern eine Willensbekundung, die von beiden Seiten jederzeit und ohne Angabe von Gründen widerrufen werden kann.

Gibt es Voraussetzungen?

Jede Person, die das 18. Lebensjahr erreicht hat, kann sich beim Institut für Plastination als Körperspender:in registrieren lassen. Für Minderjährige ist die schriftliche Zustimmung eines/einer Erziehungsberechtigten erforderlich. Bestehende Krankheiten, ein hohes Alter oder amputierte Gliedmaßen stellen im Regelfall keinen Hinderungsgrund dar.

Für die Annahme eines Verstorbenen müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

(1) Es muss das lebzeitige, schriftliche Einverständnis „Körperspende zur Plastination – Verfügung des Spenders“ vorliegen. Die Einverständniserklärung schließt den Verzicht auf eine Bestattung ein.

(2) Der/die Körperspender:in muss eines natürlichen, das heißt nicht gewaltsam herbeigeführten Todes gestorben sein.

(3) Der Körper muss weitgehend intakt sein, d.h. es dürfen keine ausgedehnten, unfallbedingten inneren Verletzungen vorliegen und keine Leichenöffnung in einem pathologischen oder rechtmedizinischen Institut vorangegangen sein.

(4) Bei hoch ansteckenden Krankheiten und anderen nicht vorhersehbaren Schwierigkeiten entscheidet das IfP aktuell nach Sachlage über die Annahme der Körperspende. Dies gilt auch für den Fall von extremem Übergewicht sowie fortgeschrittenen Verwesungszuständen.

(5) Ist ein:e Körperspender:in gleichzeitig Organspender:in, hat eine umsetzbare Organspende natürlich Vorrang. Das IfP wird den Körper dennoch annehmen, vorausgesetzt, der Körper wird unverzüglich nach Organentnahme an das IfP überführt.

Ein Rechtsanspruch auf Annahme eines Verstorbenen besteht nicht.

Was passiert im Falle meines Ablebens?

Nach Ihrem Ableben muss das Institut für Plastination möglichst rasch in Kenntnis gesetzt werden. Stellen Sie daher schon zu Lebzeiten sicher, dass eine Person Ihres Vertrauens über Ihre Entscheidung, Körperspender zu werden, informiert ist. Diese Person kann beispielsweise ein Angehöriger, eine nahestehende Freundin oder Ihr Hausarzt sein.

Telefonisch sind wir erreichbar:
Werktags zwischen 9:00 und 16:00 Uhr unter: 06221-331150
Außerhalb der Bürozeiten unter: 0160-7455188 (Hier kann eine Nachricht hinterlassen werden; wir rufen schnellstmöglich zurück.)
Das IfP wird die Überführung innerhalb Deutschlands auf seine Kosten so schnell wie möglich in die Wege leiten.

Vor der Überführung muss die Sterbeurkunde beim zuständigen Standesamt beantragt werden. Auch das sollte möglichst Ihre Vertrauensperson übernehmen können. Folgende Dokumente werden dafür benötigt:
• der Totenschein (ausgestellt von dem Arzt, der den Tod festgestellt hat),
• ein Exemplar oder eine beglaubigte Kopie der Geburtsurkunde der/des Verstorbenen,
• ein Exemplar oder eine beglaubigte Kopie der Heirats- und/oder Scheidungsurkunde der/des Verstorbenen.

Stellen Sie sicher, dass Angehörige oder Ihre Vertrauensperson Zugang zu diesen Dokumenten haben.

Für den Fall, dass Sie weder Angehörige noch eine Vertrauensperson haben, die für Sie eine Sterbeurkunde beim Standesamt beantragen kann, sind wir vom IfP bereit, diese Aufgabe zu übernehmen. Dazu müssen Sie uns per Vollmacht ermächtigen. Ein entsprechendes Formular können Sie im Bedarfsfall beim IfP anfordern. Außerdem sollten Sie dem IfP in diesem Falle bereits zu Lebzeiten eine beglaubigte Kopie Ihrer Geburtsurkunde sowie der Heirats- und/ oder Scheidungsurkunde zukommen lassen.

Weitere Hinweise und Handlungsempfehlungen sind übersichtlich im Leitfaden für Hinterbliebene zusammengefasst.

Checkliste für Hinterbliebene

• Einen Arzt rufen, der den Tod feststellt und einen Totenschein ausstellt.
• Das Institut für Plastination telefonisch informieren.
• Den Leichnam bis zur Abholung durch das IfP möglichst kühl lagern.
• Bei Verzögerungen ggf. die Überführung zur nächstgelegenen Leichenhalle durch ein Bestattungsunternehmen veranlassen.
• Die Sterbeurkunde beim zuständigen Standesamt besorgen.
• Sterbeurkunde und Totenschein dem IfP bei der Abholung des Leichnams übergeben.

Kosten

Für Sie als Körperspender:in fallen weder Gebühren an, noch erhalten Sie oder Ihre Hinterbliebenen eine Entschädigung. Die Kosten einer Bestattung entfallen.

Die Kosten der Überführung innerhalb Deutschlands trägt das Institut für Plastination. Die Überführung erfolgt in der Regel mit dem institutseigenen Bodymobil. In Einzelfällen beauftragt das IfP auf seine Kosten ein Bestattungsunternehmen.
Wir beabsichtigen, diesen kostenlosen Abholservice dauerhaft fortzuführen, wenngleich wir das nicht für alle Zukunft garantieren können.
Bei Überführungen aus dem Ausland obliegt es den Hinterbliebenen, ein geeignetes Bestattungsunternehmen kostenpflichtig zu beauftragen.

Welche Kosten übernimmt das Institut nicht?

• Überführungen aus dem Ausland
• vorübergehende Überführung und Aufbewahrung eines Leichnams in einer Leichenhalle (z.B. über Nacht, am Wochenende oder an Feiertagen)
• Überführungen an das IfP durch ein nicht von uns beauftragtes Bestattungsunternehmen
• amtliche Gebühren (z.B. Ausstellung der Sterbeurkunde und Leichenschau)
• Trauerfeiern

Die wichtigsten Fragen & Antoerten zur KSP
Das Körperspende-Programm zur Plastination

Essentielle Grundlage für die KÖRPERWELTEN Ausstellungen ist das Körperspendeprogramm zur Plastination und die Bereitschaft seiner registrierten Körperspender, ihren Körper nach ihrem Ableben für die Ausbildung von Ärzten und interessierten Laien zur Verfügung zu stellen. Das Heidelberger Institut für Plastination ist Träger dieses Körperspendeprogramms.
Alle Körperspen¬der werden vor ihrer Verfügung ausführlich aufgeklärt. Eine dafür eigens herausgegebene Bro¬schüre informiert über das Plastinationsverfahren, über das Institut selbst, darüber, wie man Körperspender wird, was mit dem Körper nach dem Tod beim Institut passiert und wofür die Plastinate verwendet werden. Weitere Informationen unter Körperspende zur Plastination.

Erfahren wir etwas über die Identität der Plastinate oder woran die Personen gestorben sind?

Wie mit den Körperspendern vereinbart, werden keine Angaben zu ihrer Identität und den Todesursachen gemacht. Bei den KÖRPERWELTEN Ausstellungen steht das Wunder des menschlichen Körpers im Mittelpunkt, nicht aber die persönlichen Informationen.

Was ist Plastination?

Die Plastination wurde 1977 von Dr. Gunther von Hagens, Mediziner und Wissenschaftler, während seiner Tätigkeit als Anatom an der Universität Heidelberg erfunden und seit dem kontinuierlich perfektioniert. Das Plastina­tionsverfahren ist eine bahnbrechende Konservierungsmethode, die es ermöglicht, den Verfall des toten Körpers zu stoppen und langfristig haltbare anatomische Präparate für die wissenschaftliche und medizini­sche Ausbildung herzustellen.
Im Plastinationsprozess werden einem Präparat sämtliche Körperflüssigkeiten und löslichen Fette entzogen. Im nächsten Schritt erfolgt die vakuum-forcierte Imprägnierung, bei der die Körperflüssigkeiten durch reak­tive Harze und Elastomere ersetzt werden. Anschließend erfolgt die Aushärtung mit Licht, Wärme oder bestimm­ten Gasen. So entstehen feste, geruchlose und dauerhaft haltbare Präparate. Hier gibt es weitere Informationen zur Technik der Plastination.

Wurde die Ausstellung aus ethischer Sicht geprüft?

Vor der ersten Ausstellung in Nordamerika (2004) wurde von dem Museum California Science Center in Los Angeles eine unabhängige Ethik-Kommission aus angesehenen Theologen, Ethikern, Akademikern und Medizinern einberufen und mit der Prüfung der Ausstellung beauftragt, deren Bildungsgehalts und der ethischen Natur sowie des Körperspendeprogramms. 2017 wurden die Ergebnisse dieses ersten Gutachtens einer weiteren Expertenprüfung unterzogen. Die Ergebnisse dieser Gutachten stehen im Pressebereich zur Verfügung.
Dr. Gunther von Hagens wurde 2013 von der ASTC, der Association of Science Technology Centers, einer Vereinigung von 650 Wissenschaftsmuseen und Science Centern aus fast 50 Ländern für sein Lebenswerk und seinen herausragenden Beitrag zur Vermittlung von Wissenschaft an ein Laienpublikum ausgezeichnet.

>>> Alle FRAGEN & ANTWORTEN

Organisationen


Institut für Plastination (IfP)

Das Institut für Plastination ist ein privat geführtes Unternehmen, das Gunther von Hagens 1993 zur Fortführung seiner an der Universität Heidelberg entwickelten Technologie gegründet hat. Es ist der Träger des Körperspendeprogramms zur Plastination. Seit Anbeginn ist es das Ziel des Instituts, die Plastinationstechniken weiterzuentwickeln sowie die anatomische Lehre durch Herstellung qualitativ und didaktisch hochwertiger Präparate für den Unterricht an Universitäten und sonstigen anerkannten Lehreinrichtungen zu verbessern.
Seit 1995 organisiert das IfP auch die Ausstellung KÖRPERWELTEN. Die Konzeption und weltweite Koordination dieser Ausstellungen ist zwischenzeitlich unter der Leitung von Dr. Angelina Whalley zu einer der Hauptaufgaben des IfP geworden. Angelina Whalley ist die geschäftsführende Direktorin seit 1997.

Gubener Plastinate GmbH

Die Gubener Plastinate GmbH ist ebenfalls ein privat geführtes Unternehmen, das Gunther von Hagens im Jahr 2006 im brandenburgischen Guben gegründet hat und das eng mit dem Heidelberger Institut für Plastination kooperiert. Es ist das größte Plastinationszentrum weltweit. Gegenwärtig ist Guben der einzige Standort, an dem wir Plastinate routinemäßig herstellen. Deshalb wird ein Großteil der IfP-Körperspenden von Heidelberg aus oder auch direkt nach Guben zur Plastination überführt.

In jüngerer Vergangenheit hat sich Gunther von Hagens angesichts seiner fortschreitenden Parkinsonerkrankung aus dem aktiven Geschäftsbereich zurückgezogen und die Geschäftsführung der Gubener Plastinate GmbH seinem Sohn, Rurik von Hagens, übertragen.

PLASTINARIUM

Die Gubener Plastinate GmbH verfügt über einen großen, öffentlich zugänglichen Abschnitt, das PLASTINARIUM. Hier können interessierte Besucher:innen den Mitarbeiter:innen bei der anatomischen Präparation und Plastination über die Schultern schauen und die Entstehung der Plastinate verfolgen. Zudem verfügt das PLASTINARIUM über eine große Sammlung anatomischer Präparate sowie eine Lernwerkstatt, in der Student:innen, Heilberufler:innen und sonstige Interessierte ihr anatomisches Wissen an bereitgestellten Plastinaten, Modellen, Tafeln, Computern und Fachbüchern im Selbststudium vertiefen können. Selbst Studentengruppen aus dem Ausland, z.B. den USA, nutzen dieses Angebot zwischenzeitlich regelmäßig. Weitere Informationen über das PLASTINARIUM finden Sie unter: www.plastinarium.de

KÖRPERWELTEN

KÖRPERWELTEN ist eine seit 1995 bestehende Wanderausstellung, die plastinierte anatomische Präparate in der Öffentlichkeit präsentiert. Sie ist ein Ort der Aufklärung – eine Ausstellung über das Leben, in der sich jede:r Interessierte einen authentischen Einblick in das Körperinnere verschaffen kann. Die Menschen schauen dabei in fremde Körper und entdecken darin den eigenen auf neue Weise. Für viele Besucher:innen ist das eine berührende Erfahrung, die sie nachdenklich über das eigene Leben werden lässt. Die Ausstellung schärft daher den Sinn für die eigene Verletzlichkeit und die eigene Gesundheit. Nur was wir kennen, können wir wertschätzen und schützen. Mit Kunststoffmodellen ließe sich eine solche Erlebnistiefe niemals erreichen – wie auch in der Kunst keine Kopie das Original oder ein Naturbildband keine Wanderung durch die Natur ersetzen könnte.
Weitere Informationen über die KÖRPERWELTEN finden Sie unter: www.koerperwelten.de

Wie finanzieren sich das IfP und die Gubener Plastinate GmbH?

Das IfP und die Gubener Plastinate GmbH mit dem angegliederten PLASTINARIUM sind privatwirtschaftlich organisierte Forschungseinrichtungen, die keine öffentlichen Gelder oder Forschungszuschüsse erhalten. Sie finanzieren sich vor allem aus den Einnahmen der Ausstellung KÖRPERWELTEN sowie dem Verkauf von Präparaten an Universitäten und sonstigen Lehreinrichtungen. Ganz vereinzelt erhält das IfP auch Spenden aus dem Nachlass verstorbener Körperspender:innen, wenn diese beispielsweise keine Angehörigen mehr haben.

Verkauf von Präparaten

Präparate menschlichen Ursprungs stellen wir allein für Lehr-, Forschungs- und Aufklärungszwecke her und geben sie ausschließlich an „qualifizierte Nutzer:innen“ ab, nicht jedoch an Privatpersonen. Unter „qualifiziert“ verstehen wir:
Juristische oder natürliche Personen, die Plastinate menschlichen Ursprungs nur zum Zwecke der Forschung, Lehre oder der medizinischen, diagnostischen bzw. therapeutischen Berufsausübung verwenden wollen und dies nachweisen können. Dazu gehören Lehrinstitutionen wie Universitäten, Krankenhäuser, Schulen und Museen sowie praktische Ärzte, Hochschullehrer, Lehrbeauftragte und andere Personen, soweit sie mit der Ausführung entsprechender Forschungsvorhaben befasst sind.

Die Menschen dahinter



Angelina Whalley

Angelina Whalley ist seit 1997 Direktorin des Instituts für Plastination. Die Medizinerin studierte zunächst an der Freien Universität in Berlin und später an der Universität Heidelberg, wo sie 1986 auch mit einer experimentellen Arbeit zur Nierenphysiologie promovierte. Anschließend war sie mehrere Jahre am Institut für Anatomie sowie am Pathologischen Institut der Universität Heidelberg wissenschaftlich tätig, bis sie 1997 von ihrem Ehemann, Gunther von Hagens, die Leitung des IfPs übernahm. Zeitgleich übernahm sie die Firma BIODUR® Products, ein Unternehmen, das spezielle Kunststoffe und Geräte für die Plastination an über 400 medizinische Fakultäten und Universitäten in aller Welt vertreibt. Im Jahre 2003 gründete sie außerdem das Unternehmen Arts & Sciences Exhibitions and Publishing GmbH, das sowohl wissenschaftliche Wanderausstellungen weltweit organisiert als auch Herausgeber ausstellungsrelevanter Publikationen ist. Dr. Whalley ist Autorin mehrerer erfolgreicher Bücher und Ausstellungskataloge sowie Produzentin ausstellungsbezogener Dokumentarfilme.

Neben ihren administrativen Aufgaben prägt die Ärztin bis heute das Gesicht der KÖRPERWELTEN. Als Kuratorin hat sie alle Ausstellungen über Mensch und Tier inhaltlich konzipiert und gestaltet. Durch ihre populärwissenschaftliche Herangehensweise hat sie komplexe medizinische Sachverhalte einem breiten Laienpublikum zugänglich gemacht und weltweit mehr als 50 Millionen Menschen inspiriert, ein gesünderes Leben zu führen und achtsamer mit dem eigenen Körper umzugehen. Mit der ersten Ausstellung plastinierter Tiere, KÖRPERWELTEN der Tiere gelang ihr eine beeindruckende Symbiose aus Anatomie, Didaktik und szenischer Darstellung, mit der sie beim Betrachter den Sinn für das Leben und das Wunder der Natur schärft.

AW
Dr. Angelina Whalley
Direktorin des IfP und
Kuratorin der KÖRPERWELTEN

Gunther von Hagens

Als Arzt und Anatom erfand Gunther von Hagens die Plastination, mit der er die anatomische Ausbildung revolutionierte und Gesundheitsaufklärung einem breiten Laienpublikum zugänglich machte.

Er begann sein Medizinstudium 1965 an der Universität Jena. Nach misslungener Republikflucht geriet er 1968 in politische Gefangenschaft der DDR, wurde 1970 von der Bundesrepublik freigekauft und setzte danach sein Studium in Lübeck fort, wo er 1973 seine Approbation erhielt. Anschließend promovierte er in der Abteilung für Anästhesie und Notfallmedizin der Universität Heidelberg. 1975 wechselte er an das Anatomische Institut, wo er viele Jahre als Dozent und wissenschaftlicher Assistent tätig war.

Im Rahmen seiner dortigen Forschungstätigkeit erfand er 1977 die Plastination, eine Vakuumtechnik zur dauerhaften Konservierung anatomischer Präparate mit eigens dafür entwickelten Reaktionskunststoffen. Um die Technik auch anderen Lehreinrichtungen zu ermöglichen, gründete er wenig später die Firma BIODUR® Products für den Vertrieb der entwickelten Spezialkunststoffe und Geräte zur Plastination. 1993 etablierte er das privatwirtschaftlich geführte Institut für Plastination, das der Weiterentwicklung seiner Erfindung neue Dimensionen eröffnete.

1995 schuf er zusammen mit Kuratorin und Ehefrau Dr. Angelina Whalley die erste KÖRPERWELTEN Ausstellung, in der erstmals Plastinate der Öffentlichkeit präsentiert wurden. 2010 folgten die KÖRPERWELTEN der Tiere. Bis heute haben seine anatomischen Werke über 50 Millionen Menschen begeistert.

Die Erfindung und Weiterentwicklung der Plastinationstechnik brachten ihm viele akademische Ehrungen. 1996 wurde er zudem Gastprofessor an der Medizinischen Universität Dalian, VR China, im gleichen Jahr Direktor des Plastinationszentrums der Staatlichen Medizinischen Akademie in Bischkek, Kirgistan, wo er auch den Titel eines Ehrenprofessors erhielt. Seit 2004 ist er Gastprofessor an der zahnmedizinischen Fakultät der New York University (New York University, College of Dentistry).

2006 gründete Gunther von Hagens die Gubener Plastinate GmbH und errichtete mit dem angeschlossenen PLASTINARIUM das weltweit größte Kompetenzzentrum für Plastination von Mensch und Tier im brandenburgischen Guben.

2013 ehrte ihn die Association of Science-Technology Centers (ASTC) für sein Lebenswerk und seinen herausragenden Beitrag zur Vermittlung von Wissenschaft an ein Laienpublikum.

Aufgrund seiner fortschreitenden Parkinson-Erkrankung hat sich Gunther von Hagens in den letzten Jahren weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

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Gunther von Hagens
Erfinder der Plastination und
Schöpfer der KÖRPERWELTEN

Rurik von Hagens

Rurik von Hagens ist seit 2011 Kaufmännischer Leiter des Instituts für Plastination und seit 2012 Geschäftsführer der Gubener Plastinate GmbH.

Als Sohn von Gunther von Hagens ist er mit der Plastination aufgewachsen. Praktische Erfahrungen in der anatomischen Präparation und Plastination sammelte er bereits als Schüler, als er im IfP Laborpraktika absolvierte. Ein viel größeres Interesse und Leidenschaft entwickelte er aber für die Organisation der Ausstellungen KÖRPERWELTEN sowie die damit zusammenhängenden Prozesse und Aufgaben.

Rurik von Hagens studierte von 2000 bis 2005 Betriebswirtschaft an der Universität Bamberg sowie der Aston Business School in Birmingham (Großbritannien) und ist Diplom-Kaufmann sowie European Master of Business Science. Nach seinem Studium war er mehrere Jahre in einem international tätigen Konzern tätig, und verantwortete dort zuletzt den Aufbau von Vertriebsaktivitäten in zwei asiatischen Ländern. Diese Erfahrungen halfen ihm, als er in die Plastinationsunternehmen einstieg und von seinem an Parkinson erkranktem Vater die Geschäftsführung der Gubener Plastinate GmbH übernahm. Die dortige noch im Aufbau befindliche Herstellung von Plastinaten für Lehrzwecke war damals hoch defizitär, und sein erstes Augenmerk lag daher in der Stabilisierung des Unternehmens. Er intensivierte die Bemühungen, in Fachkreisen auf die Möglichkeiten und Vorteile von Plastinaten aufmerksam zu machen, wodurch sich immer mehr Universitäten und Lehreinrichtungen für die Verwendung von in Guben hergestellten Präparaten in der medizinischen Ausbildung entschieden. Rurik von Hagens wird das Lebenswerk der beiden KÖRPERWELTEN-Macher, Gunther von Hagens und Angelina Whalley in die nächste Generation führen.

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Rurik von Hagens
Kaufmännischer Leiter des IfP und
Geschäftsführer der Gubener Plastinate GmbH

Spenden zur Förderung der Plastination und sonstiger Nachlass

In der Vergangenheit haben uns wiederholt einzelne Körperspender:innen angesprochen, weil sie keine Hinterbliebenen mehr haben und daher das IfP als Empfänger ihres sonstigen Nachlasses benennen möchten. Andere wiederum sind von der Plastination derart fasziniert, dass sie die Weiterentwicklung dieser Technologie auch durch Geldspenden fördern möchten.
Hier besteht die Möglichkeit, Spenden oder testamentarische Vermächtnisse an die Deutsche Gesellschaft zur Förderung der Plastination e.V. auszusprechen. Der Verein ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein; seine Gelder fließen ausschließlich in die Förderung und Weiterentwicklung der Plastination.

Kontaktadresse:
Deutsche Gesellschaft zur Förderung der Plastination e.V.
Dr. Gunther von Hagens
Vorsitzender
Rathausstraße 18
69126 Heidelberg

Wissenswertes

Die Plastination

Durch die Methode der Plastination können anatomische Präparate ästhetisch und dauerhaft erhalten werden. Die Körperzellen und das natürliche Oberflächenrelief bleiben dabei in ihrer ursprünglichen Form und bis in den mikroskopischen Bereich hinein identisch mit ihrem Zustand vor der Konservierung. Die Präparate sind trocken und geruchsfrei und im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar. Diese Eigenschaften machen plastinierte Präparate zu einem unschätzbaren Wert für die Ausbildung angehender Ärzte, aber auch für die medizinische Aufklärung interessierter Laien.

Der Arzt und Anatom Dr. Gunther von Hagens hat das Verfahren der Plastination 1977 am Anatomischen Institut der Universität Heidelberg erfunden und seither beständig weiterentwickelt.

Vereinfacht ausgedrückt ist die Plastination ein Vakuumverfahren, bei dem die Körperflüssigkeiten gegen Kunststoffe ersetzt werden. Dieser Austauschprozess lässt sich jedoch nicht direkt durchführen, weil sich die Körperflüssigkeiten nicht mit Kunststoffen vermischen. Daher erfand Gunther von Hagens einen Umweg: Das Körperwasser (daraus besteht der Mensch zu rund 70%) und die Gewebefette werden zunächst durch Azeton, ein leicht verdunstendes Lösungsmittel, ersetzt. In einem zweiten Schritt wird dann das Aceton gegen eine Kunststofflösung im Vakuum ausgetauscht.
Dieser entscheidende Schritt, mit dem der flüssige Kunststoff bis in die letzte Zelle des Präparates gelangt, ist die sogenannte forcierte Vakuumimprägnierung. Das Vakuum saugt das Azeton aus dem Präparat heraus und erzeugt einen Unterdruck im Präparat, der den Kunststoff in das Gewebe eindringen lässt. Allmählich füllt sich das Präparat so mit Kunststoff. Dünne Körperscheiben brauchen für die Imprägnierung nur einige wenige Tage, ganze präparierte Körper hingegen mehrere Wochen. Erst wenn das Vakuum unter ein Hundertstel des normalen Luftdrucks (<5 mm Hg) gefallen ist und sich nur noch vereinzelt Azetonblasen aus dem Präparat herausquälen, wird das Präparat dem Kunststoffbad entnommen, positioniert und gehärtet.

Die Kunst der Plastination
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Die Plastinationsschritte im Einzelnen

Fixierung
Um einen Körper der Plastination zuführen zu können, muss zunächst die Verwesung gestoppt werden. Dazu wird eine Formalinlösung in das Arteriensystem des Körpers eingebracht. Nach etwa 3 bis 4 Stunden ist das gesamte Arteriensystem des Körpers mit Formalin gefüllt. Es tötet sämtliche Bakterien ab und verändert darüber hinaus die Eiweißstrukturen des Gewebes. Der Körper verwest nicht mehr und die anatomische Präparation, also das Freilegen anatomischer Strukturen wie Organe, Muskeln, Sehnen und Nerven kann beginnen.

Präparation
Zunächst wird die Haut und das Unterhautfettgewebe abpräpariert. Die Organe, Muskeln und Sehnen, sowie die Nerven und Gefäße des Körpers sind von einer dünnen Schicht faserigem Bindegewebe umgeben. Dieses Bindegewebe wird mit Skalpell und Pinzette schonend entfernt, so dass schließlich die einzelnen anatomischen Strukturen zum Vorschein kommen.
Die Präparation erfordert neben guten anatomischen Kenntnissen und manuellem Geschick auch viel Geduld. Ein ganzer Körper beansprucht bis zu 800 Arbeitsstunden.

Entwässerung und Entfettung
Nach der Präparation beginnt der eigentliche Plastinationsprozess.
In einem ersten Schritt werden zunächst das im Körper enthaltene Wasser und lösliche Fett durch ein Lösungsmittel ersetzt. Dazu wird der präparierte Körper in ein -25 Grad kaltes Azetonbad eingelegt. Auch bei diesen Temperaturen ist Azeton noch flüssig und vermischt sich nach und nach mit dem Körperwasser. Das Azeton wird dadurch immer wässriger und muss mehrfach durch ein frisches Azetonbad ersetzt werden.
Die Wasserkonzentration des Azetonbades wird im Labor fortlaufend gemessen. Ist im letzten Azetonbad kein Wasser mehr nachweisbar, ist dem Körper alles Wasser entzogen. Anschließend wird das Aceton auf Raumtemperatur gebracht, um auch die löslichen Fette aus dem Gewebe herauszulösen.
Der Prozess der Entwässerung und Entfettung dauert je nach Größe des Präparates etwa 3 bis 4 Monate.

Imprägnierung
Danach folgt der zentrale Schritt der Plastination: die vakuumforcierte Imprägnierung.
Das Azeton durchtränkte Präparat wird in ein Bad aus flüssigem Silikon gelegt und unter Vakuum gesetzt. Das Vakuum saugt das Azeton aus dem Präparat heraus und erzeugt einen Unterdruck im Gewebe, der das Silikon bis in die letzten Zellen des Präparats eindringen lässt.
Das ausgetretene Azeton perlt an die Oberfläche des Silikonbades und wird dort kontinuierlich abgesaugt. Treten keine Azetonblasen mehr aus, ist die Imprägnierung abgeschlossen.
Der Prozess der Imprägnierung dauert etwa 6 bis 8 Wochen.

Positionierung
Nach der Imprägnierung erfolgt die Positionierung. Das Präparat wird aus dem Silikonbad genommen und tropft ab. In diesem Zustand ist es noch flexibel und gestaltbar. Der Körper wird jetzt in die gewünschte Pose gebracht. Außerdem werden alle anatomischen Strukturen mithilfe von Nadeln, Drähten, Klammern und anderen Hilfsmitteln korrekt positioniert.
Der gesamte Prozess der Positionierung kann je nach Präparat einige Wochen, aber auch mehrere Monate dauern.

Härtung
In einem letzten Schritt wird das Präparat durch ein spezielles Gas gehärtet. Hierfür wird eine luftdichte Kammer um das Präparat herum gebaut, in der es dem Gas ausgesetzt wird. Mit der Härtung ist der Plastinationsprozess abgeschlossen. Das Präparat ist jetzt dauerhaft vor der Verwesung geschützt.

Fragen & Antworten

weitere häufige Fragen
Das Körperspende-Programm zur Plastination

Essentielle Grundlage für die KÖRPERWELTEN Ausstellungen ist das Körperspendeprogramm zur Plastination und die Bereitschaft seiner registrierten Körperspender, ihren Körper nach ihrem Ableben für die Ausbildung von Ärzten und interessierten Laien zur Verfügung zu stellen. Das Heidelberger Institut für Plastination ist Träger dieses Körperspendeprogramms.
Alle Körperspen¬der werden vor ihrer Verfügung ausführlich aufgeklärt. Eine dafür eigens herausgegebene Bro¬schüre informiert über das Plastinationsverfahren, über das Institut selbst, darüber, wie man Körperspender wird, was mit dem Körper nach dem Tod beim Institut passiert und wofür die Plastinate verwendet werden. Weitere Informationen unter Körperspende zur Plastination.

Erfahren wir etwas über die Identität der Plastinate oder woran die Personen gestorben sind?

Wie mit den Körperspendern vereinbart, werden keine Angaben zu ihrer Identität und den Todesursachen gemacht. Bei den KÖRPERWELTEN Ausstellungen steht das Wunder des menschlichen Körpers im Mittelpunkt, nicht aber die persönlichen Informationen.

Gibt es auch Tiere in den KÖRPERWELTEN?

In den meisten Ausstellungen werden auch einige Plastinate oder Gefäßgestalten von zumeist kleineren Tieren, wie Hase oder Hahn gezeigt. 2010 schufen Dr. Gunther von Hagens und Dr. Angelina Whalley die Ausstellung KÖRPERWELTEN der Tiere, international bekannt als ANIMAL INSIDE OUT. Diese einzigartige Erlebnisschau widmet sich dem Innenleben der Tiere und ermöglicht den Blick unter die Haut der Riesen aus Steppe, Urwald und Ozean. Weltweit touren zwei Ausstellungen mit plastinierten Tieren. Weitere Informationen unter KÖRPERWELTEN der Tiere.

Gibt es eine Audio-Führung?

In den meisten Ausstellungen können Audio-Guides in verschiedenen Sprachen entliehen werden. Die Audio-Führung bereichert den Ausstellungsbesuch um eine weitere Dimension. Sie enthält gut verständliche Erklärungen, erstaunliche Zahlen, Fakten und weiterführende Informationen zu den Exponaten, die nach persönlichem Interesse abgerufen werden können. Die Führung ist für medizinische Laien konzipiert. Die gesamte Audio-Führung dauert ca. zwei Stunden.
Persönliche Führungen oder Gruppenführungen werden in einigen Ausstellungen angeboten. Informationen dazu erhalten Sie auf der jeweiligen Ausstellungsseite oder in der Ausstellung.

Ist die Ausstellung für Kinder geeignet?

Es gibt keine Altersbeschränkung für den Ausstellungsbesuch für Kinder und Jugendliche in Begleitung von Erziehungsberechtigten oder erziehungsbeauftragten Personen. Eltern und Lehrer sollten selbst entscheiden, ob die ihrer Obhut unterstellten Kinder und Jugendlichen ausreichend vorbereitet sind, die KÖRPERWELTEN zu besuchen. Informationsmaterial zur Vor- und Nachbereitung des Besuchs steht kostenfrei zum Download auf der Lehrer & Eltern Seite zur Verfügung.

Was wollen KÖRPERWELTEN bei den Besuchern bewirken?

Die KÖRPERWELTEN Ausstellungen möchten ein breites Publikum über das Innere und die Funktionen des menschlichen Körpers informieren sowie die Auswirkungen von Krankheiten und Störungen auf die Gesundheit und die eigene Lebensweise aufzuzeigen. Die Ausstellungen möchten das Inte¬resse an Anatomie und Physiologie wecken, das Wissen in diesen Bereichen nachhaltig erweitern und so die Menschen dazu inspirieren, bewusster und gesünder zu leben.

Was sind die KÖRPERWELTEN?

Mit den KÖRPERWELTEN, international bekannt als BODY WORLDS: The Original Exhibition of Real Human Bodies, haben Dr. Gunther von Hagens und Dr. Angelina Whalley die ersten anatomischen Ausstellungen echter menschlicher Präparate einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die populär-wissenschaftliche Ausstellung veranschaulicht den Aufbau des Inneren des menschlichen Körpers und zeigt Struktur und Funktionsweise der verschiedenen Körpersysteme. Sie leistet damit nachweislich einen wichtigen Beitrag zur gesundheitlichen Aufklärung. Die ausge¬stellten Präparate wurden mit Hilfe des Verfahrens der Plastination haltbar gemacht, eine Konservierungsmethode, die der Mediziner und Wissenschaftler Dr. von Hagens 1977 erfunden hat.

Seit Beginn der Ausstellungsserie 1995 in Japan haben bis heute über 52 Millionen Besucher in 38 Ländern und über 150 Städten in Europa, Amerika, Asien, Ozeanien und Südafrika die weltweit erfolgreichste Sonderausstellung gesehen.

Was ist Plastination?

Die Plastination wurde 1977 von Dr. Gunther von Hagens, Mediziner und Wissenschaftler, während seiner Tätigkeit als Anatom an der Universität Heidelberg erfunden und seit dem kontinuierlich perfektioniert. Das Plastina­tionsverfahren ist eine bahnbrechende Konservierungsmethode, die es ermöglicht, den Verfall des toten Körpers zu stoppen und langfristig haltbare anatomische Präparate für die wissenschaftliche und medizini­sche Ausbildung herzustellen.
Im Plastinationsprozess werden einem Präparat sämtliche Körperflüssigkeiten und löslichen Fette entzogen. Im nächsten Schritt erfolgt die vakuum-forcierte Imprägnierung, bei der die Körperflüssigkeiten durch reak­tive Harze und Elastomere ersetzt werden. Anschließend erfolgt die Aushärtung mit Licht, Wärme oder bestimm­ten Gasen. So entstehen feste, geruchlose und dauerhaft haltbare Präparate. Hier gibt es weitere Informationen zur Technik der Plastination.

Warum werden die Plastinate in aktiven und lebensnahen Posen gezeigt?

Die Posen der Plastinate sind sorgfältig konzipiert und überdacht worden und verfolgen didaktische Zwecke. Jede dargestellte Pose demonstriert unterschiedliche anatomische Merkmale und Ausprägungen. So dienen die athletischen Posen beispielsweise der Darstellung des Muskelsystems beim Sport. Die Posen ermögli­chen es den Besuchern, das Plastinat besser in Bezug zum eigenen Körper zu bringen.

Was zeigen die KÖRPERWELTEN?

In jeder KÖRPERWELTEN Ausstellung sind echte menschliche Präparate zu sehen, darunter eine Vielzahl von Ganzkörperplastinaten sowie einzelne Organe, Organkonfigurationen und transparente Körperscheiben. Die faszinierenden Plastinate nehmen den Besucher mit auf eine spannende Entdeckungs­reise unter die Haut. Sie ermöglichen einen tiefen und umfassenden Einblick in die Anatomie und Physiologie des menschli­chen Körpers. Organfunktionen aber auch häufige Erkrankungen werden im Vergleich von gesun­den und erkrankten Organen in leicht verständlicher Weise erläutert und geben Aufschluss über die langfristi­gen Auswirkungen von Krankheiten und Suchtgewohnheiten wie Tabak- oder Alkoholkonsum oder etwa auch über die Mechanik künstlicher Knie- und Hüftgelenke.

Was zeigen die KÖRPERWELTEN der Tiere?

Mit den KÖRPERWELTEN der Tiere (International bekannt als ANIMAL INSIDE OUT) und der Plastination der Riesen aus Wüste, Urwald und Ozean haben Plastinator Dr. Gunther von Hagens und Kuratorin Dr. Angelina Whalley eine neuartige Tierwelt erschaffen.
Die KÖRPERWELTEN der Tiere ermöglichen einmalige Einblicke in das Innenleben der Tiere und zeigen eine Vielzahl faszinierender Präparate sowie einzigartige Ganzkörper-Plastinate, darunter Giraffe, Bär, Gorilla, Hai, Strauß und vielen mehr. Absolutes Highlight ist Elefantenkuh „Samba“ – mit einer Länge von 6 Metern und einer Höhe von 3,50 Metern das gewaltigste Lebewesen, das je plastiniert wurde.
Anschaulicher als jedes Fachbuch gewährt die Ausstellung einzigartige Einblicke in Nervensystem, Kno¬chenbau, Muskulatur und Organe unserer tierischen Verwandten. Hautnah erleben Besucher die enorme Vielfalt der tierischen Körper – eine erstaunliche Ingenieursleistung von Mutter Natur.
Der Blick unter die Haut der Tiere und das Verständnis für die Fragilität des Innenlebens schärfen den Sinn für die Kostbarkeit des Lebens, für die Natur und für deren bedrohte Artenvielfalt.

Welche Materialien werden Lehrern und Eltern zur Verfügung gestellt?

Lehrerinnen und Lehrern steht Informationsmaterial zur Vor- und Nachbereitung ihres Schulklassenbesuchs zum Download zur Verfü­gung. Auch Eltern und alle Interessierten können dieses Material zur Vorbereitung ihres Besuchs nutzen. Das Informationsmaterial finden Sie als Downloads auf der Seite Lehrer & Eltern.
Die KÖRPERWELTEN bieten Lehrpersonen und Referendaren die Möglichkeit, die Ausstellung vorab kostenlos zu besichtigen, um sich vor dem Besuch mit ihren Schulklassen selbst ein Bild von der Ausstellung zu machen.

Wer sollte KÖRPERWELTEN besuchen?

Jeder, der erfahren möchte, was uns zu Menschen macht und was den menschlichen Körper in seiner Genialität und Ästhetik auszeichnet.

Wer sollte die KÖRPERWELTEN der Tiere besuchen? Ist die Ausstellung für Kinder geeignet?

Die KÖRPERWELTEN der Tiere sind didaktisch so aufbereitet, dass sie auch für Kinder und nicht nur erwachsene Laien und Experten geeignet sind. Die Plastinate beeindrucken Alt und Jung durch ihre Größe und die zu Lebzeiten verborgene Detailvielfalt im Körperinneren der Tiere. Sie stillen die natürliche Neugier und den Wissensdurst der Besucher und bieten spannende Antworten auf viele Fragen, z.B. warum der Rüssel eines Elefanten so beweglich ist, was die Zunge einer Giraffe leistet, oder warum der muskelbepackte Bär solche „Bärenkräfte“ hat.
Die KÖRPERWELTEN der Tiere sensibilisieren bereits junge Besucher für die Fragilität selbst der größten und stärksten Tiere. Kinder entwickeln dabei auf natürliche Weise eine höhere Wertschät-zung gegenüber Tieren und mehr Respekt vor dem Leben aller Geschöpfe.

Wie erhalte ich Informationen rund um die KÖRPERWELTEN?

Alle wichtigen Informationen finden Sie hier auf unserer KÖRPERWELTEN Webseite. Sie können sich auch für den Newsletter der KÖRPERWELTEN eintragen und werden über Aktionen und Sonderveranstaltungen per E-Mail informieren. Besuchen Sie auch unsere Facebook-Seite oder unseren Instagram Kanal und erfahren so Aktuelles aus den Ausstellungen, Termine und Events sowie Interessantes über den menschlichen Körper und andere Themen aus Gesundheit, Ernährung.

Wurde die Ausstellung aus ethischer Sicht geprüft?

Vor der ersten Ausstellung in Nordamerika (2004) wurde von dem Museum California Science Center in Los Angeles eine unabhängige Ethik-Kommission aus angesehenen Theologen, Ethikern, Akademikern und Medizinern einberufen und mit der Prüfung der Ausstellung beauftragt, deren Bildungsgehalts und der ethischen Natur sowie des Körperspendeprogramms. 2017 wurden die Ergebnisse dieses ersten Gutachtens einer weiteren Expertenprüfung unterzogen. Die Ergebnisse dieser Gutachten stehen im Pressebereich zur Verfügung.
Dr. Gunther von Hagens wurde 2013 von der ASTC, der Association of Science Technology Centers, einer Vereinigung von 650 Wissenschaftsmuseen und Science Centern aus fast 50 Ländern für sein Lebenswerk und seinen herausragenden Beitrag zur Vermittlung von Wissenschaft an ein Laienpublikum ausgezeichnet.

Spender Kommentare

"Vor einigen Monaten ist meine Mutter gestorben. Sie hatte sich zu Lebzeiten für die Plastination entschieden. Als es dann "so weit" war, waren wir Angehörigen froh, dass wir ihren Körper zu einer ästhetischen und nützlichen Verwendung geben konnten, anstatt ihn in ein Erdloch hineinzulassen."

"Während der Ausstellung befand ich mich für einen Moment in einem zeitlosen Raum. Als stände alles still. Jegliche Vorbehalte wichen, man setzte sich mit sich selbst auseinander. Dies möchte ich auch anderen Menschen als Gefühl wünschen.“

Bereits als ich mir vor einiger Zeit meinen Organspenderausweis angelegt habe, hatte ich darüber nachgedacht, meinen Körper nach meinem Tod zur Plastination freizugeben. Seit ich vor einigen Wochen das Plastinarium in Guben besucht habe, bin ich fest entschlossen, dies zu tun. "

„Ich habe die Ausstellung in Hamburg besucht. Von den Ausstellungsstücken war ich sehr begeistert und mein Entschluss stand fest: Auch ich möchte mich plastinieren lassen. Der Gedanke, nach meinem Tod in der Erde begraben zu werden, ist schrecklich für mich, da ich panische Angst und Ekel vor Würmern habe."

Warum entscheiden sich Menschen für die Körperspende zur Plastination?

Die Menschen haben sich aus sehr unterschiedlichen Gründen zur Körperspende entschieden. Allen gemeinsam ist, dass sie zur medizinischen Ausbildung und zur Aufklärung der Öffentlichkeit beitragen wollten. Ohne ihre selbstlose Spende wären weder unsere wissenschaftliche Arbeit noch die KÖRPERWELTEN möglich.
Zwischenzeitlich umfasst unser Körperspendeprogramm mehr als 19.000 registrierte Spender:innen; davon haben wir bis heute rund 2.500 Verstorbene erhalten.

Hier Einige Kommentare aus den Verfügungsbögen:

„Mein Traumberuf war es, als Mediziner die Geheimnisse des menschlichen Körpers zu ergründen und meinen Mitmenschen zu helfen. Wie so oft im Leben blieb es ein Traum. Aber mein Studium der organischen Chemie (Synthesen) sowie ein praxisnahes Berufsleben haben mir gezeigt, daß ich gar nicht soweit entfernt von meinem Traumberuf bin. Was ich in meinem Beruf mit Rohstoffen, Druck, Temperatur und Katalysatoren im Labor oder in großtechnischen Anlagen produziert habe, schafft der Körper kontinuierlich unter Normalbedingungen. Der Mensch, ein kolloidales System im physikalisch-chemisch-dynamischen Gleichgewicht birgt wunderbare Geheimnisse, die noch zu ergründen sind. Wenn meine Körperspende auf irgendeine Weise dazu einen kleinen Beitrag leisten kann, bin ich meinem Jugendtraum noch etwas nähergekommen.“

„Mein Traumberuf war es, als Mediziner die Geheimnisse des menschlichen Körpers zu ergründen und meinen Mitmenschen zu helfen. Wie so oft im Leben blieb es ein Traum. Aber mein Studium der organischen Chemie (Synthesen) sowie ein praxisnahes Berufsleben haben mir gezeigt, daß ich gar nicht soweit entfernt von meinem Traumberuf bin. Was ich in meinem Beruf mit Rohstoffen, Druck, Temperatur und Katalysatoren im Labor oder in großtechnischen Anlagen produziert habe, schafft der Körper kontinuierlich unter Normalbedingungen. Der Mensch, ein kolloidales System im physikalisch-chemisch-dynamischen Gleichgewicht birgt wunderbare Geheimnisse, die noch zu ergründen sind. Wenn meine Körperspende auf irgendeine Weise dazu einen kleinen Beitrag leisten kann, bin ich meinem Jugendtraum noch etwas nähergekommen.“

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